Am Ende des 2. Weltkrieges starb die ungarische Fabrikarbeiterin Magdalena Bódi (1921-1945) in der Nähe des Plattensees 23-jährig in der Verteidigung ihrer Keuschheit: Die Vollendung eines kurzen Lebens, in dem sie CHRISTUS als ihr Lebensziel erkannt und gewählt hatte. Gebet, regelmäßiger Sakramentenempfang – oft unter opfervollen Bedingungen –, religiöse Lektüre, Exerzitienvorträge usw. schenkten dem Mädchen aus einer einfachen, nicht sehr kirchlich beheimateten Familie tiefes Glaubenswachstum. Das brachte auch nach außen beeindruckende Früchte: in ihrem reichen apostolischen Wirken neben der Fabrikarbeit – für Kinder, junge Menschen und Bedürftige. Ihre CHRISTUSliebe berührt und begeistert.

Schon bald nach ihrem Tod wurde auf Initiative ungarischer Bischöfe, darunter des späteren Kardinal Mindszenty, Berichte und Zeugnisse über diese Reinheitsmärtyrin gesammelt. Doch erst nach dem Zusammenbruch des Kommunismus konnte das Seligsprechungsverfahren eingeleitet werden.

Die Übersetzung des Buches von P. József Temesi SJ soll Magda Bódi auch im deutschen Sprachraum bekannt machen.

 

 

 

 

Geleitwort

„Freue dich, dass du ein Freund Christi bist. Das ist mehr als König, Kaiser und Feldherr.“ Dieses Wort des hl. Augustinus spricht vom unendlichen Wert und der unschätzbaren Würde des Menschen, der in der Taufe Kind Gottes und Freund Christi geworden ist.

Heilige und heiligmäßige Menschen haben dieser unschätzbaren Würde, die Gott dem Christen ohne alles menschliche Verdienst verleiht, in ihrem Leben und Sterben in hohem Maße entsprochen. Und dabei ist es ohne Belang, aus welchem Stand der Mensch kommt.

Dieses Büchlein hält Erinnerungen an das Leben eines ungarischen Mädchens fest, das aus einer einfachen Familie stammte und schlichte Fabrikarbeiterin war. Nur dreiundzwanzig Jahre währte das irdische Leben von Magdalena Bódi, denn sie starb in der Zeit des Kriegsendes, weil sie sich – wie viele Frauen in jenen Tagen – sexueller Gewalt widersetzte, die ihr ein sowjetischer Soldat antun wollte. Für sie war diese heroische Standhaftigkeit eine Konsequenz ihrer Liebe zu Christus, dem sie in einem privaten Gelübde ihre jungfräuliche Keuschheit versprochen hatte.

Und dieses Reinheitsmartyrium war die Krönung ihres kurzen Lebens, in dem eine immer tiefere Freundschaft mit Jesus Christus gewachsen war. Auf den Sakramenten der Taufe und der Firmung aufbauend, erkannte sie in der Ausrichtung auf den Herrn ihr klares Lebensziel. Im Gebet, in der regelmäßigen Beichte, im häufigen Kommunionempfang, in geistlicher Lektüre und Formung vertiefte sie sich nicht nur in ein inneres Leben. Sie konnte aus der Begeisterung ihres Glaubens heraus vielen anderen, besonders Kindern und Jugendlichen, durch caritative Dienste und apostolisches Zeugnis in äußeren Nöten helfen und ihnen die Freundschaft mit Jesus Christus begeisternd vermitteln.

Die ungarische Kirche konnte unter der kommunistischen Herrschaft wenig tun, um das exemplarische Leben dieser jungen Frau bekannt zu machen. Jetzt aber ist der Seligsprechungsprozess auf dem Weg. Und es ist gut, dass ihr Beispiel auch im deutschsprachigen Raum ein wenig bekannt wird. Vielleicht ist das auch ein kleiner Dank an Ungarn. Das Gedenken an den Fall der Berliner Mauer vor zwanzig Jahren ruft auch die Erinnerung daran wach, dass Menschen dieses Landes mit Freimut und Hilfsbereitschaft mitgewirkt haben, dass der „Eiserne Vorhang“ fiel.

Magdalena Bódi, diese wunderbare junge ungarische Freundin Christi, möge auch Fürsprecherin sein, dass ganz Europa seine christliche Seele wiederfindet.

 

                                                                        Köln, im Oktober 2009                                                                                             .

                      

                                                                 + Joachim Kardinal Meisner                                                                                          .

                                                                      Erzbischof von Köln                                                                                               .

 

 

 

 

  

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